Open Banking bei Sportwetten — wie offene Schnittstellen den Zahlungsverkehr neu ordnen

Open Banking bei Sportwetten — PSD2 und Trustly erklärt

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Open Banking bei Sportwetten — wie offene Schnittstellen den Zahlungsverkehr neu ordnen

Als ich 2018 zum ersten Mal auf einer Fintech-Konferenz den Begriff „Open Banking“ hörte, klang er wie ein Buzzword ohne Substanz. Sieben Jahre später verarbeiten Open-Banking-Systeme weltweit über 120 Milliarden Transaktionen pro Jahr, und der globale Markt wurde 2025 auf 35,3 Milliarden Dollar geschätzt — mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 20,8 Prozent jährlich bis 2034. Das ist kein Buzzword mehr. Das ist eine Infrastruktur, die den Zahlungsverkehr in Europa grundlegend verändert hat — und damit auch die Art, wie Sportwetter ihr Geld bewegen.

In diesem Artikel erkläre ich den regulatorischen Rahmen, der Trustly und ähnliche Dienste erst möglich gemacht hat, und was die kommende PSD3-Richtlinie für Sportwetten-Zahlungen bedeuten wird. Für die meisten Sportwetter ist Open Banking ein unsichtbarer Mechanismus — man nutzt ihn täglich, ohne ihn zu kennen. Genau deshalb lohnt es sich, einmal unter die Haube zu schauen.

PSD2 — der regulatorische Rahmen hinter Trustly-Zahlungen

Europa hielt 2024 einen Anteil von 36,4 Prozent am globalen Open-Banking-Umsatz. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer regulatorischen Entscheidung, die 2018 in Kraft trat: Die Payment Services Directive 2, kurz PSD2.

PSD2 ist im Kern eine simple Idee mit weitreichenden Konsequenzen: Banken müssen auf Wunsch des Kunden Dritten Zugang zu ihren Kontodaten und Zahlungsauslösungsfunktionen gewähren. Vor PSD2 war dein Bankkonto eine geschlossene Festung — nur du und deine Bank hatten Zugang. Nach PSD2 kannst du einem lizenzierten Zahlungsdienstleister wie Trustly erlauben, in deinem Namen eine Überweisung auszulösen. Du gibst die Erlaubnis, Trustly führt aus, die Bank gehorcht.

Für Sportwetten hat das eine konkrete Auswirkung: Vor PSD2 musstest du eine manuelle Banküberweisung tätigen — IBAN eingeben, Verwendungszweck kopieren, 1 bis 3 Werktage warten. Oder du musstest ein Zwischenkonto bei einem E-Wallet eröffnen. PSD2 hat diese Zwischenschritte eliminiert. Trustly verbindet dein Bankkonto direkt mit dem Wettkonto, in Echtzeit, ohne dass du die Banking-Oberfläche verlässt. Das ist die Revolution, auch wenn sie sich im Alltag wie ein normaler Zahlungsvorgang anfühlt.

Die technische Umsetzung läuft über APIs — Application Programming Interfaces — die jede Bank bereitstellen muss. 94 Prozent der lizenzierten Banken in Europa haben diese Schnittstellen implementiert. Die restlichen 6 Prozent sind überwiegend Kleinstinstitute, die regulatorische Ausnahmen nutzen. Für den deutschen Sportwetter bedeutet das: Bei nahezu jeder Bank, die Online-Banking anbietet, ist der technische Grundstein für Trustly-Zahlungen gelegt.

Was ich in der Praxis beobachte: Die Qualität der PSD2-Implementierung variiert erheblich zwischen Banken. Manche haben saubere, schnelle APIs, die Zahlungen in unter 10 Sekunden autorisieren. Andere haben technisch konforme, aber langsame Schnittstellen, die 30 bis 60 Sekunden brauchen. Und manche — die Deutsche Bank ist das prominenteste Beispiel — haben Schnittstellen, die mit bestimmten Zahlungsdienstleistern schlicht nicht zuverlässig funktionieren. Die PSD2-Pflicht bedeutet „Zugang bereitstellen“, nicht „perfekt funktionieren“.

PSD3 und was sich für Sportwetten-Zahlungen ändern wird

Die Europäische Kommission arbeitet seit 2023 an der Nachfolgeregelung — PSD3. Und als Analyst, der den Zahlungsverkehr in der Sportwetten-Branche beobachtet, sehe ich drei Änderungen, die direkte Auswirkungen auf Trustly-Nutzer haben werden.

Erstens wird PSD3 die Instant-Payment-Pflicht ausweiten. Banken in der EU müssen Überweisungen innerhalb von 10 Sekunden abwickeln, rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres. Für Trustly-Einzahlungen ändert das wenig, weil die Gutschrift bereits heute in Echtzeit erfolgt. Aber für Auszahlungen könnte es bedeuten, dass die typische Wartezeit von 1 bis 3 Werktagen drastisch verkürzt wird — möglicherweise auf Minuten statt Tage.

Zweitens verschärft PSD3 die Anforderungen an starke Kundenauthentifizierung. Das betrifft das TAN-Verfahren, das du bei jeder Trustly-Zahlung durchläufst. Die Richtlinie wird präziser definieren, welche Authentifizierungsmethoden als „stark“ gelten. Biometrische Verfahren — Fingerabdruck, Gesichtserkennung — werden voraussichtlich gleichwertig neben TAN-Verfahren stehen. Für den Sportwetter könnte das den Zahlungsprozess beschleunigen: Fingerabdruck statt TAN-Eingabe.

Drittens wird PSD3 den Datenzugang regulieren. Open Banking wird zu „Open Finance“ erweitert — Trustly und ähnliche Dienste könnten Zugang zu mehr Finanzdaten erhalten, mit Zustimmung des Nutzers. Für den Sportwetten-Bereich könnte das bedeuten, dass die KYC-Verifizierung beschleunigt wird: Statt Dokumenten-Upload könnte die Identitätsprüfung direkt über Bankdaten laufen. Das wäre ein Paradigmenwechsel für die Branche, in der die Verifizierung heute oft Tage dauert und einer der häufigsten Frustpunkte bei Neukunden ist.

Was ich an PSD3 besonders spannend finde: Die Richtlinie könnte das Argument der illegalen Anbieter — „bei uns geht es ohne Registrierung“ — entkräften, indem der legale Registrierungsprozess so schnell wird, dass der Unterschied verschwindet. Das wäre ein regulatorischer Gewinn für den legalen Markt, der bisher unter den strengeren Anforderungen leidet.

Trustlys Rolle im europäischen Open-Banking-Ökosystem

Alexandre Gonthier, Gründer und CEO von Trustly Inc., brachte es 2024 auf den Punkt: Das beeindruckende Wachstum von Trustly liefere einen weiteren Beweis dafür, dass Open-Banking-Zahlungen eine echte Alternative zu Kartenzahlungen seien. Und die Zahlen untermauern das — Trustly verarbeitete 2024 ein Gesamtzahlungsvolumen von 87 Milliarden Dollar.

Im europäischen Open-Banking-Markt ist Trustly einer der etabliertesten Akteure, insbesondere im iGaming-Segment. Die Position ist nicht unangreifbar — Konkurrenten wie Tink, Volt und Brite Payments drängen in den Markt — aber sie ist durch jahrelange Integrationsarbeit mit Banken und Händlern gefestigt. Für den Sportwetter in Deutschland ist diese Marktposition relevant, weil sie Stabilität signalisiert: Trustly wird nicht morgen verschwinden, und die Infrastruktur wird weiterentwickelt.

Was mich als Analyst an Open Banking im Sportwetten-Kontext besonders interessiert, ist die Frage der Kanalisierung. Der legale deutsche Markt kämpft gegen einen wachsenden Schwarzmarkt — die Zahl illegaler Sportwetten-Seiten stieg 2024 um 36 Prozent. Schnelle, sichere, regulierte Zahlungswege sind ein Argument dafür, beim legalen Anbieter zu bleiben. Wenn ein Wetter bei einem GGL-lizenzierten Anbieter in Echtzeit über Trustly einzahlen kann, sinkt der Anreiz, auf einen unregulierten Anbieter auszuweichen. Open Banking ist in diesem Sinne nicht nur ein technisches Werkzeug, sondern ein regulatorisches Instrument — eines, das der legale Markt dringend braucht.

Wer die Sicherheitsaspekte von Trustly und PSD2 im Detail verstehen will, findet im Artikel zur Trustly Sicherheit bei Sportwetten eine vertiefte Analyse.

Muss ich wissen, was Open Banking ist, um Trustly bei Sportwetten zu nutzen?

Nein. Open Banking ist die technische Infrastruktur im Hintergrund, aber du musst sie nicht verstehen, um Trustly zu nutzen. Der Zahlungsvorgang selbst — Bankauswahl, Login, TAN-Bestätigung — erfordert kein technisches Wissen. Open Banking zu kennen hilft aber dabei zu verstehen, warum Trustly sicher ist und wie deine Bankdaten geschützt werden.

Werden Sportwetten-Zahlungen durch PSD3 schneller oder sicherer?

Beides. Die Instant-Payment-Pflicht unter PSD3 wird voraussichtlich die Auszahlungszeiten verkürzen, da Banken Überweisungen in Echtzeit verarbeiten müssen. Die verschärften Authentifizierungsanforderungen erhöhen gleichzeitig die Sicherheit. Biometrische Verfahren wie Fingerabdruck könnten den TAN-Prozess beschleunigen, ohne die Sicherheit zu verringern. Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung von PSD3 steht allerdings noch nicht fest.

Erstellt von der Redaktion von „Trustly Wetten“.