Der deutsche Sportwettenmarkt 2026 — Zahlen, Trends und Trustlys Position

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Der deutsche Sportwettenmarkt 2026 — Zahlen, Trends und Trustlys Position
Legale Sportwettenanbieter in Deutschland setzten 2024 insgesamt 8,2 Milliarden Euro um — ein Anstieg gegenüber den 7,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Diese Zahl klingt nach Wachstum, aber sie erzählt nicht die ganze Geschichte. Der legale Markt wächst langsamer als der illegale, die Regulierung steht unter Druck, und die Zahlungsinfrastruktur ist ein stiller Faktor in diesem Wettbewerb. Als Zahlungsverkehr-Analyst beobachte ich diesen Markt nicht aus der Perspektive der Quoten oder Wettmärkte, sondern aus der Perspektive der Geldströme. Und die Geldströme erzählen eine differenziertere Geschichte als die Schlagzeilen. In diesem Artikel ordne ich die Marktdaten ein und analysiere, welche Rolle Trustly im deutschen Sportwetten-Ökosystem spielt.
Wetteinsätze, Bruttospielertrag und Marktanteile
Sportwetten machen laut DHS Jahrbuch Sucht 2025 rund 13,1 Prozent des gesamten Bruttospielertrags im legalen deutschen Glücksspielmarkt aus. Das klingt nach wenig, aber in absoluten Zahlen sind 13,1 Prozent von 14,4 Milliarden Euro Gesamt-BSE ein substanzieller Betrag — knapp 1,9 Milliarden Euro Bruttospielertrag allein durch Sportwetten. Das Geld fließt durch regulierte Zahlungssysteme, wird versteuert und unterliegt der GGL-Aufsicht. Zumindest der Teil, der im legalen Markt bleibt.
DSWV-Präsident Mathias Dahms bringt die Situation auf den Punkt: Mindestens ein Viertel des Marktes sei illegal — eine klare, offizielle Bestätigung dafür, dass der Schwarzmarkt längst ein ernstzunehmendes strukturelles Problem sei und kein Randphänomen. Die Zahlen unterstützen das: 382 illegale Sportwetten-Seiten gegenüber 34 legalen, ein Verhältnis von 1 zu 11. Der legale Markt hat ein Wachstumsproblem, und das Wachstum, das er zeigt, ist langsamer als das des Schwarzmarkts.
Was die Marktdaten nicht zeigen: die Verteilung der Zahlungsvolumina auf verschiedene Methoden. Weder die GGL noch der DSWV veröffentlichen Daten darüber, welcher Anteil der 8,2 Milliarden Euro über Trustly, PayPal, Kreditkarte oder Banküberweisung fließt. Diese Daten sind geschäftsintern und werden von den Anbietern nicht geteilt. Was ich aus Gesprächen mit Brancheninsidern weiß: Open-Banking-Zahlungen — also Trustly und vergleichbare Dienste — gewinnen Marktanteile, insbesondere gegenüber der klassischen Banküberweisung. Gegen PayPal und Kreditkarte behaupten sie sich, wachsen aber nicht so schnell, wie Trustly es gern hätte.
Was die Marktdaten ebenfalls verschweigen: den Anteil des Schwarzmarkts am Zahlungsvolumen. Die 8,2 Milliarden Euro betreffen nur den legalen Markt. Rechnet man die geschätzten 25 Prozent illegalen Marktanteil hinzu, liegt das Gesamtvolumen des deutschen Sportwettenmarkts deutlich über 10 Milliarden Euro. Und der illegale Anteil wächst schneller — ein Warnsignal, das die GGL ernst nimmt, wie die 231 Untersagungsverfahren 2024 zeigen.
GlüStV 2021 — wie die Regulierung den Zahlungsmarkt formt
Der GlüStV 2021 hat den deutschen Sportwettenmarkt grundlegend verändert — und mit ihm den Zahlungsverkehr. Als jemand, der die Zahlungsinfrastruktur seit Jahren beobachtet, sehe ich drei regulatorische Maßnahmen, die direkte Auswirkungen auf die Art haben, wie Geld im Sportwettenmarkt fließt.
Erstens: Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Diese Maßnahme reduziert das Zahlungsvolumen pro Spieler und damit die Einnahmen sowohl der Anbieter als auch der Zahlungsdienstleister. Trustly verliert Transaktionsvolumen, weil Wetter weniger einzahlen können. Gleichzeitig werden kleinere, häufigere Einzahlungen wichtiger — und hier hat Trustly einen Vorteil, weil der Einzahlungsprozess schneller und unkomplizierter ist als bei einer Banküberweisung.
Zweitens: Die KYC-Pflicht und OASIS-Abfrage. Jeder Anbieter muss die Identität seiner Spieler verifizieren, bevor er Auszahlungen verarbeitet. Das verlängert den Zeitraum zwischen Einzahlung und erster Auszahlung — ein Nachteil, den Trustly nicht lösen kann, aber auch nicht verursacht. Die KYC-Prüfung ist anbietergebunden, nicht zahlungsmethodengebunden.
Drittens: Die Einschränkung der Werbung. Seit September 2024 dürfen nur noch erlaubte Anbieter über Google Ads werben. Das hat den Zufluss von Spielern zu illegalen Anbietern reduziert, aber nicht gestoppt. Für den Zahlungsmarkt bedeutet es: Die Spieler, die bei legalen Anbietern landen, nutzen regulierte Zahlungswege wie Trustly. Die, die bei illegalen Anbietern landen, nutzen Kryptowährungen und nicht-regulierte Methoden. Die Werberegelung hat also einen indirekten Effekt auf die Verteilung der Zahlungsströme — und damit auf Trustlys Marktposition.
Was oft vergessen wird: Die deutsche Regulierung ist ein Experiment. Der GlüStV 2021 war der erste Versuch, einen bundesweit einheitlichen Rahmen für Online-Sportwetten zu schaffen. Andere europäische Länder — Großbritannien, Schweden, Dänemark — haben Jahrzehnte Vorsprung. Deutschland lernt noch, und die Regulierung wird sich weiterentwickeln. Für Trustly und andere Zahlungsdienstleister bedeutet das: Die Spielregeln können sich ändern, und Anpassungsfähigkeit ist wichtiger als Marktposition.
Trustlys Marktposition im deutschen Sportwetten-Zahlungsverkehr
Trustly veröffentlicht keine länderspezifischen Daten für Deutschland, aber die globalen Zahlen geben einen Hinweis auf die Positionierung: 87 Milliarden Dollar Gesamtzahlungsvolumen 2024, ein Anstieg von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der iGaming-Sektor ist einer der Haupttreiber dieses Wachstums, und der deutsche Markt ist der größte regulierte Sportwettenmarkt in Europa.
Was ich beobachte: Trustly hat in Deutschland eine starke Position als zweit- oder drittbeliebteste Zahlungsmethode bei Sportwetten — hinter PayPal und Kreditkarte, aber vor Banküberweisung und E-Wallets. Die Position ist stabil, aber nicht dominant. Der Wachstumsspielraum liegt bei Wettern, die bisher Banküberweisung nutzen und auf die Echtzeit-Alternative umsteigen, und bei neuen GGL-lizenzierten Anbietern, die Trustly als Standard-Zahlungsmethode integrieren.
Ein Faktor, den ich für besonders relevant halte: Die Demografie der Sportwetter verändert sich. Jüngere Wetter, die mit Online-Banking und mobilen Apps aufgewachsen sind, empfinden Trustly als natürlicher als eine Kreditkarteneingabe. Ältere Wetter, die ihre Kreditkartendaten im Kopf haben, sehen keinen Grund zum Wechsel. Diese demografische Verschiebung begünstigt Trustly langfristig, aber der Prozess ist langsam — Gewohnheiten ändern sich nicht über Nacht.
Langfristig sehe ich zwei Szenarien: Wenn die deutsche Regulierung PSD3-kompatible Innovationen wie beschleunigte KYC-Prüfungen über Bankdaten zulässt, könnte Trustly seine Position deutlich stärken. Wenn die Regulierung restriktiv bleibt und der Schwarzmarkt weiter wächst, wird der Kuchen für alle legalen Zahlungsdienstleister kleiner. Die Zukunft hängt nicht von Trustly ab, sondern von der Frage, ob der legale Markt attraktiv genug bleibt, um Spieler zu halten. Wer tiefer in die Zukunftsperspektive einsteigen will, findet die Analyse im Artikel zur Zukunft von Trustly bei Sportwetten.
Wie groß ist der legale Sportwettenmarkt in Deutschland?
Der legale Sportwettenmarkt in Deutschland verzeichnete 2024 Wetteinsätze von 8,2 Milliarden Euro. Sportwetten machen circa 13,1 Prozent des gesamten Bruttospielertrags im legalen deutschen Glücksspielmarkt aus. Dem legalen Markt stehen allerdings illegale Anbieter gegenüber, die circa 25 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen.
Welchen Anteil haben Open-Banking-Zahlungen am deutschen Sportwetten-Zahlungsverkehr?
Es gibt keine veröffentlichten Daten zum genauen Anteil von Open-Banking-Zahlungen wie Trustly am deutschen Sportwetten-Zahlungsverkehr. Weder die GGL noch der DSWV erheben diese Zahlen öffentlich. Aus Branchengesprächen weiß ich, dass Open-Banking-Zahlungen Marktanteile gewinnen, insbesondere gegenüber der klassischen Banküberweisung, aber hinter PayPal und Kreditkarte liegen.
Erstellt von der Redaktion von „Trustly Wetten“.
